Was ist ein Gen?

Extra | Robert Czepel | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

BIOLOGIE Der Wissenschaftshistoriker Hans-Jörg Rheinberger weiß, dass es die Genetiker auch nicht so ganz genau wissen.

Das ist alles sehr kompliziert." Was Fred Sinowatz dereinst am politischen Parkett jede Menge Häme einbrachte, würde womöglich heute von Molekularbiologen als weises Statement zur Verfassung ihrer Forschungsdisziplin gefeiert werden. Das sieht man nicht nur daran, dass die einschlägigen Lehrbücher immer dicker und unübersichtlicher werden. Das zeigt sich auch an scheinbar geläufigen und einfachen Begriffen, wie etwa jenem des Gens.

Als der Däne Wilhelm Johannsen den Begriff prägte, hatte er damit nicht mehr im Sinn als ein nicht näher definiertes Etwas, das mit körperlichen Eigenschaften von Tieren und Pflanzen in Beziehung steht. "Das Wort Gen ist völlig frei von jeder Hypothese" und sei nur als eine Art Rechnungseinheit zu verwenden, lautete Johannsens bescheidene Formel anno 1909: "Man hat nicht das Recht, das Gen als morphologisches Gebilde zu bezeichnen."


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