Rehabilitierte Steinzeitrambos

Extra | Oliver Hochadel | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

URGESCHICHTE Vor 150 Jahren konnte er nichts, heute fast alles: sprechen, Werkzeuge herstellen, seine Toten beerdigen. War er gar Musiker und Künstler? Das Image des Neandertalers verändert sich ständig, wie drei Neuerscheinungen zum Fundjubiläum zeigen.

Besucher sind häufig schockiert, wenn sie jene geschichtsträchtige Stelle im Neandertal bei Düsseldorf besuchen, wo im August 1856 16 Knochen, darunter die Schädeldecke mit den markanten Überaugenwülsten, gefunden wurden. Der ehemalige Kalksteinabbauort ist heute ein Autoschrottplatz. Damals, vor 150 Jahren, ließ der gelehrte Streit nicht lange auf sich warten: Stammten diese Skelettreste von einem vorsintflutlichen Urmenschen, oder handelte es sich um eine krankhafte Verformung, gar um einen Kosaken aus den napoleonischen Kriegen, dessen Oberschenkelknochen durch das ständige Reiten verbogen waren?

In der Zwischenzeit hat man zwischen Gibraltar und Usbekistan Skelettreste von über 300 Individuen gefunden. Keiner unserer Vorfahren


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige