Gefährliche Bücher

Extra | Martin Lhotzky | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

INQUISITION Hubert Wolf recherchierte in den Archiven des Vatikans, warum bestimmte Druckwerke auf den Index kamen.

Schwarze Listen gibt es viele. Schon der altrömische Diktator L. Cornelius Sulla (gestorben 78 v. u. Z.) sorgte für den öffentlichen Aushang von Proskriptionslisten politischer Gegner. Die Proponenten des zweiten Triumvirats ließen sich in dieser Hinsicht auch nicht lumpen. Für die Betroffenen zwar sehr oft lebensgefährlich, blieben diese Listen dennoch Episode.

Erst eine zeitenübergreifende Institution wie die Kirche konnte an dauerhafte schwarze Listen denken, deren bekannteste wohl diejenige der verbotenen Bücher, der Index librorum prohibitorum, darstellt. Die für Katholiken verbindliche Aufzählung der bei Zuwiderhandlung mit Verlust des ewigen Seelenheiles bedrohten, nicht zu lesenden Werke wurde erst 1966 für obsolet erklärt. Während das Verzeichnis seit seiner Einführung im 16. Jahrhundert immer schon der Öffentlichkeit zugänglich war, blieben die Beweggründe

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