Hast du Töne?

Extra | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

POPTHEORIE I Klaus Sander und Jan St. Werner beklagen das uninspirierte Bumm-Bumm der elektronischen Musik.

Das Lied ist mittlerweile auch schon wieder ein altes: Es gibt keine neuen Töne mehr. Nicht genug, dass der Popsong fast jede mögliche Melodienfolge längst gesehen hat. Mittlerweile hat auch die in den Neunzigerjahren als Befreiung empfundene elektronische Musik ein grundlegendes Problem bekommen: Sogar ihre Sounds klingen inzwischen ein bisschen altbacken.

Die Revolution durch die einfach verfügbaren Produktionsmittel PC und Musiksoftware hat ihre Kinder zwar nicht gefressen, aber sie hat sie zu Sklaven vorprogrammierter Sounds erzogen, ereifern sich Klaus Sander und Jan St. Werner in ihrem Buch "Vorgemischte Welt" nicht ganz zu Unrecht über eine Inflation an uninspiriertem Bumm-Bumm. "Letzlich", schreibt Sander, "ist doch nur die Musik interessant und hörenswert, die radikale Eigenständigkeit entwickelt: eine eigene Position oder Charakteristik, etwas Unverwechselbares, Idiosynkratisches,


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