Pop und Kritik

Extra | Gerhard Stöger | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

POPTHEORIE II Ein ambitionierter Reader untersucht die Popkultur unter gender-und rassismuskritischen Blickwinkeln.

Versteht man Pop zuallererst einmal als geschickte Inszenierung von Oberflächenglanz, so spielen Rosa Reitsamer und Rupert Weinzierl, die Herausgeber des Readers "Female Consequences", dieses Spiel ziemlich gut mit: Das Buchcover ist in Knallpink und Neongrün gehalten und buhlt zudem mit den Schlagworten "Feminismus", "Antirassismus" und "Popkultur" um Aufmerksamkeit. Im Inneren trennen die einzelnen Texte dann ganzseitige Fotoarbeiten der kanadischen Künstlerin Julia Wayne, die ausgewählte Plattencover von Musikerinnen wie Patti Smith, Nina Hagen, Grace Jones, Madonna und Nina Simone abfotografiert hat.

Die Texte selbst freilich haben - zumindest formal - nur wenig mit Pop gemein. Stattdessen regiert eine akademische Sprache, die im Idealfall Distanz und Genauigkeit schafft, bisweilen aber auch zum etwas floskelhaft wirkenden Selbstzweck verkommt (ein Problem, das bei derartigen

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