VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

Gibt es Fortschritte in der - ähem - politischen Kultur? Nein, lautet Ihre spontane Antwort. Wenn Sie lesen, welche Anwürfe Werner Vogt vor zwanzig Jahren zurückwies, als Freda Meissner-Blau zur Wahl des Bundespräsidenten antrat, werden Sie anders denken.

"Herr Hopp vom Wiener Zeitgeist argumentiert gekonnt aus dem Bauch. Er ist gegen Fredas Kandidatur, weil er Freda nicht mag. Sie ist tantenhaft und obendrein in Dresden geboren. Sie ist aus politischen Gründen aus dem ORF entfernt worden, weshalb ihr Hopp keine Träne nachweint.

Herr Immerrichter von der Kleinbürgerpartei Österreichs, dem Wahlreservoir der stotternden Kurtis (sowohl der ÖVP-als auch der SPÖ-Kandidat hießen Kurt mit Vornamen, Anm. d. Red.) in ihren fürchterlichen Anzügen, staberlt uns darauf aufmerksam, dass die kühne Freda nicht ganz gesund ist. Beim Gedanken, dass da eine nicht einmal topfitte Frau vor seine Augenhöhlen tritt, sich um ein politisches Amt bewirbt, statt in einem Lainzer Gitterbett der Krone auf den Leim zu gehen, treibt es ihm die verleumderische Tinte aus der rechten Kralle, während die linke den Telefonhörer umklammert, um aus der Löwelstraße die nächste Ungeheuerlichkeit zu erfahren: Die Pensionistin Meissner-Blau bezieht eine Pension. Damit also finanziert sie den Wahlkampf!"

Auch Gerd Leitgeb vom Kurier diffamierte Meissner-Blau. Ihre Pension betrug übrigens 8300 Schilling; Kurt Waldheim und Kurt Steyrer bezogen Doppelpensionen (100.000 plus 46.000 bzw 77.000 plus 25.000 Schilling, 14-mal im Jahr). Ein Euro entspricht 13,76 Schilling. A.T.


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