Gemischte Gefühle

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Der Frühling kommt nicht, und diese Politik geht nicht: Wie kann es einem da gut gehen?

Die Stimmung ist merkwürdig, um es vorsichtig zu sagen. Ich meine nicht das Wetter. Das wärmere Licht draußen möchte einem suggerieren, es wäre Frühjahr. Man braucht das Fenster nur zu öffnen, um Klarheit zu bekommen. Es bleibt kalt im Land. Möglicherweise ist das gar nicht so merkwürdig, wie viele Leute meinen. Vielleicht handelt es sich um einen Winter "wie früher", halt ein bisserl ausdauernder. Was haben wir in den letzten Jahren gejammert! Auf keine Jahreszeit konnte man sich mehr verlassen, im Jänner war's zu warm, und meist kam das Frühjahr zu früh; unbefriedigend.

Sie sind spät", so keck begann kürzlich in einem Nachrichtenmagazin ein ambitionierter Kulturschreiber sein Interview mit einer Pianistin. Die derart Befragte rüffelte ihn weder seiner schlechten Manieren noch seines schlecht anglifizierten Deutschs wegen, sondern flüchtete sich in langatmige


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