Standpunkt

Willkommen im Klub

Politik | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

So viel Chaos kann im orange-blauen Klub gar nicht herrschen, dass irgendjemandem in der Kanzlerpartei der Kragen platzt. Dabei exerzierte das heillos zerstrittene dritte Lager nun einmal mehr vor, dass mit ihm kein Staat zu machen ist. Mit sechs Unterschriften aus dem freiheitlichen Parlamentsklub, in dem mehrheitlich BZÖ-Mandatare, aber jetzt neben zwei Blauen auch einige Parteifreie sitzen, beantragte HC Straches FPÖ beim Kanzleramt auch heuer eine satte Förderung (600.000 Euro plus Zusatzsubvention) für seine Denkwerkstatt, die Akademie. Doch kaum war die Tinte trocken, traten drei der Unterzeichner aus der FPÖ aus. Man hätte wochenlang Druck auf sie ausgeübt, klagte eine von ihnen, die Abgeordnete Helene Partik-Pablé. Zuvor hatte ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka die seltsame Unterschriftenaktion noch schöngeredet: "Wenn andere Parteien die Förderung beanspruchen, kann sie auch der Freiheitlichen Akademie nicht vorenthalten werden." Doch nach dem jüngsten orange-blauen Drama ist für die ÖVP wieder alles anders. Nun lässt Wolfgang Schüssel den Verfassungsdienst noch einmal prüfen, wie viele Kraxen für das beantragte Geld notwendig sind. So beschert Haiders Spaltprodukt BZÖ der Republik seit Jahr und Tag Farce um Farce, der schwarze Koalitionspartner wurschtelt eifrig mit - und sieht dabei selbst oft wie eine Partei dritter Klasse aus. N. W.


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