Freispruch mit Fragezeichen

Politik | Gerald John | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

NS-ZEIT Nazi oder nicht? Historiker streiten über die Vergangenheit des berühmten Psychiaters Julius Wagner-Jauregg.

Hitlers "Drittes Reich" verehrte ihn als "leuchtendes Beispiel eines nationalsozialistischen Forschers und Menschen", die Zweite Republik druckte sein Porträt auf Geldscheine und Briefmarken: Der Psychiater Julius Wagner-Jauregg, 1929 für seine Fiebertherapie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, galt als einer der großen Söhne des Landes. Jahrzehntelang.

Doch das Denkmal ist ins Wanken geraten. Als eine Historikerkommission die Geschichte der von den Nazis angelegten Ehrengräber Wiens erforschte, prangerte sie auch Wagner-Jaureggs vermeintliche Sympathien gegenüber dem Nationalsozialismus an (der Falter berichtete) - und löste damit eine hitzige Debatte aus. Weil die oberösterreichischen Grünen das Linzer Wagner-Jauregg-Spital umbenennen wollten, gab Landeshauptmann Josef Pühringer ein weiteres Gutachten in Auftrag, das dem 1940 verstorbenen Mediziner prompt einen

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