Presseschau

Medien | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

Am Dienstag vergangener Woche hatten Wiener Musikfreunde die Qual der Wahl: Im Birdland gastierte Velvet-Underground-Veteran John Cale, im Gasometer spielte die beliebte deutsche Band Element of Crime. Auch Standard-Musikkritiker Christian Schachinger stand vor einem Dilemma - und fand eine originelle Lösung: Er ging zu John Cale und berichtete von Element of Crime. Obwohl mehrere Augenzeugen im Birdland einen Mann sahen, der Schachinger zum Verwechseln ähnlich sah, erschien im Donnerstag-Standard ein mit "schach" gezeichneter Verriss aus dem Gasometer. Element of Crime waren ohne ihren erkrankten Gitarristen angetreten, was der Kritiker für keine so gute Idee hielt: "Nach gut zwei Stunden wünschte man Jakob Ilja von Herzen eine baldige Genesung." Klingt plausibel. Die Frage ist nur, woher Christian Schachinger das wusste. Vielleicht ist der Mann ja eine gespaltene Persönlichkeit, ein Doktor Jekyll der Popkritik. Aber warum hat er dann nicht auch gleich vom John-Cale-Konzert berichtet? Wir wünschen jedenfalls baldige Genesung.


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