Kommentar

Wie komisch riecht eigentlich Rock?


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

Jetzt, da er tot ist, geht es ihm gut - dem Jazz. Klar, ganz ohne den Hinweis, musikalisch "offen" zu sein und nicht "bloß Jazz" zu machen, kommen auch die jungen Exponenten der Jazzwerkstatt Wien (siehe Seite 20) nicht aus, aber dieses Bekenntnis kommt doch reichlich routiniert rüber - und in etwa mit demselben libidinösen Aufwand, mit dem man beteuert, seinen Fernseher eh demnächst anmelden zu wollen. Der Jazz ist, wenn schon nicht in seiner postmortalen, so zumindest in seiner postheroischen Ära angekommen.

Neu ist das schon seit locker drei Jahrzehnten nicht mehr, aber mittlerweile hat es sich herumgesprochen, und kaum jemand fühlt sich noch verpflichtet, anachronistischen Schabernack mit abgelegten Moden, Gesten und Ansprüchen aufzuführen; die blöden Bärte sind ohnedies längst vom HipHop hegemonialisiert worden, und schlecht anziehen können sich Menschen aus anderen Musikspielecken auch - man denke nur an Mozart-und Metal-Fans.

Schon längst nicht mehr kann man sich darauf

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