Anis horribile

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

HANDEL Mit Sternanis kann man Schweinsbraten würzen oder das Grippemittel Tamiflu herstellen - wenn man ein Pharmakonzern ist. Wird das asiatische Gewürz jetzt knapp?

Nein, Hamsterkäufe habe es noch keine gegeben, versichert man am Naschmarkt. Beim Gewürzhändler ist Sternanis - abgepackt in kleine Plastikbeutel um 1,20 Euro das Stück - jedenfalls noch vorrätig. Wie die anderen Gewürze liegt es mehr oder weniger unscheinbar in der Auslage. Vielleicht aber auch nur, weil nicht jeder weiß: Sternanis ist der Rohstoff für das bekannte Grippemittel Tamiflu. Das Medikament tötet Viren zwar nicht, kann aber die Viruslast im Körper senken und die Krankheitsdauer verkürzen. In den Apotheken haben sich die Hamsterkäufe in den letzten Wochen im Zeichen der Vogelgrippe wohl gemehrt. Ätherische Öle im Sternanis helfen zwar angeblich gegen Husten, bei Grippe fleißig die getrockneten Früchte des aus Südchina stammenden Magnolienbaumes zu kauen, bringt aber nicht viel, meinen Experten:


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