Botho Strauß macht Witze

Hermann Götz | Steiermark Kultur | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

THEATER Die Grazer Inszenierung von "Sieben Türen" erinnert daran, wie komisch der deutsche Edeldramatiker sein kann.

Dieter Boyer versorgt die Probebühne mit einer geradezu hitverdächtigen Inszenierung. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ... Gibt es nicht. Es sei denn, man erwartet sich von Botho Strauß partout sprachmächtigen Tiefsinn und weltabgewandte Klage. Stattdessen liefert Boyer nämlich eine gute Portion Slapstick, forcierten Witz und flottes Tempo.

Damit hat er "Sieben Türen" aber keineswegs gegen den Strich gebürstet. Strauß selbst bezeichnete die Sammlung von Minidramen als "Bagatellen", was so viel heißen könnte wie: Hier kommt der sprachmächtige Tiefsinn auf leichteren Füßen daher, und die weltabgewandte Klage verbirgt sich im Witz. Dass dieser nicht zum Sarkasmus gerät, ist allerdings Boyers Verdienst. Fast liebevoll führt er alltägliche Menschen vor, wie sie sich mit wohlgesetzten Sätzen entkleiden, weil sie stets ein wenig mehr sagen, als wir im wahren

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