Den Löffel abgeben

Steiermark Kultur | Gregor Schenker | aus FALTER 11/06 vom 15.03.2006

THEATER Zu der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Tod in der Minoriten Galerie steuert das Theater Mundwerk eine feine Inszenierung bei.

Spoonface sitzt auf einem weißen Kubus, der sich später zu einer Projektionsfläche für Animationen wandeln wird. Neben ihr steht ein knallig gelbroter Kinder-Kassettenrecorder, den sie immer wieder einschaltet, um für einige Augenblicke der Stimme von Maria Callas zu lauschen oder mit dem eingebauten Mikrofon Feedbackorgien zu erzeugen.

Spoonface, einfühlsam dargestellt von Nadja Brachvogel, ist ein junges Mädchen und hat ihren Namen von ihrem runden Gesicht, das aussieht, als ob man in einen Löffel blickt. Sie ist Autistin, hat Krebs und wird bald sterben. Das scheint ziemlich dick aufgetragen, kommt aber im Text des auch für das Drehbuch des Kinohits "Billy Elliot" verantwortlichen englischen Autors Lee Hall von Grabesschwere befreit daher.

Über ausufernde, naiv anmutende Assoziationsketten baut sich langsam die ganz normale Geschichte


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