Enttäuschte Hoffnungen

Vorwort | Markus Marterbauer | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

KOMMENTAR Der EU-Frust hat Gründe: Die Auswirkungen der Integration blieben weit hinter den Erwartungen zurück.

Das Versprechen ist vollmundig; 600.000 zusätzliche Arbeitsplätze soll die vollständige Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie bringen, zumindest laut Europäischer Kommission und den nationalen Regierungen. Wer wollte bei derart eindrucksvollen positiven Auswirkungen noch ernsthaft gegen die Liberalisierung im Dienstleistungsbereich argumentieren? Fragt sich nur, ob man den Verheißungen trauen kann.

Schon in der Vergangenheit wurde so manches EU-Integrationsprojekt als Meilenstein angepriesen. Im Jahr 1988 veröffentlichte die Europäische Kommission den "Cecchini-Bericht". Der Report prognostizierte bis zu fünf Millionen zusätzliche Jobs und eine Erhöhung des Wohlstands gemessen am Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um bis zu sieben Prozent, wenn der Binnenmarkt für Güter, Dienstleistungen, Arbeit und Kapital verwirklicht sei. Auch vor der Einführung des Euro als gemeinsame


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