Unter Generalverdacht

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

FREMDE Hunderte Österreicher, die Asylwerber geheiratet haben, stehen mit einem Fuß im Kriminal. Laut dem neuen Fremdenrecht müssen ihre Partner zurück in die Heimat, um sich ein Visum zu besorgen - auch wenn sie sich dort bedroht fühlen.

Jedes Mal, wenn ihn einer in der U-Bahn zu lange anglotzt, krampft sich Tony ein. Jedes Mal, wenn es an der Tür klingelt, zuckt er zusammen. Tony*, 29, aus Nigeria, "Germany"-T-Shirt, Camouflage-Hose, hat Angst, dass die Fremdenpolizei draußen steht und ihn mitnimmt. "Er will cool bleiben, aber ich merke, wie verunsichert er ist", sagt seine Frau Nicole*. Die 34-Jährige sitzt im Wohnzimmer der kleinen Ottakringer Eigentumswohnung und hat dunkle Schatten um die Augen, zu wenig Schlaf in letzter Zeit. "Tony ist jetzt illegal im Land, er arbeitet illegal. Und ich beherberge einen Illegalen", sagt sie.

Dabei wollten die beiden mit ihrer Hochzeit vergangenes Jahr alle Probleme los sein. Tony, Besitzer eines Elektronikladens in Lagos, war vor zweieinhalb


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