Revolte gegen Reformen

Politik | Robert Misik | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

FRANKREICH Hunderttausende auf der Straße, Krawalle in Paris, Streikdrohung der Gewerkschaften: Frankreich erlebt den ersten Aufstand gegen die "neue Unsicherheit", die sich vom Rand in die Mitte der Gesellschaft frisst.

Die 17-jährige Johanna hat sich ein rotes "Arbeiterbüchlein" um den Hals gehängt. Ein solches hatten auch die Tagelöhner in der Frühzeit der Industrialisierung, über die sie im Geschichtsunterricht in ihrem Lycée gelernt hat. "Die wurden morgens angeheuert und abends wieder entlassen", sagt sie. So marschierte sie, gewissermaßen zum Mahnmal kostümiert, am Wochenende zur großen Demonstration gegen den CPE (Contrat Première Embauche), den "Erstanstellungsvertrag", durch die Straßen von Paris. 500.000 Menschen demonstrierten laut Polizeiangaben, eineinhalb Millionen nach Angaben der Veranstalter in 149 französischen Orten gegen das Gesetz, das die arbeitsrechtlichen Schutznormen für junge Beschäftigte unter 26 Jahren kassieren soll und von Premier Dominique


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