PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

Die Omnipräsenz der Kronenzeitung im ORF-Programm (Fußballgala, Krone der Volksmusik) ist ein oft kommentiertes Ärgernis. Doch es gibt auch andere Printmedien, die auf der Mattscheibe unangenehm auffallen. Am 22. April strahlt der ORF zum Beispiel die Romy-Gala aus, die der Kurier als Veranstalter bereits in seiner Ausgabe vom vergangenen Sonntag penetrant beworben hat. Der jährliche Halbpromiauftrieb will die österreichische Oscarverleihung sein, ist mangels Konkurrenz aber nur eine Beweihräucherungsshow der ewig gleichen Figuren: Armin Assinger hat bereits sieben Romys eingestreift, Christiane Hörbiger sechs, Tobias Moretti detto. Warum quälen uns Kurier und ORF mit dieser Farce? Mitschuld trägt das Publikum, das immer schon ein Faible für Redundanz hatte - sonst würde nicht eine Million Österreicher Skirennen schauen. Vorallem funktioniert die Romy-Gala aber als Symbiose: der Kurier umgeht lästige Werbebeschränkungen, der ORF hofft im Gegenzug auf gute Presse. Und die ORF-Chefin hat natürlich auch schon eine Statuette zugeschanzt bekommen.


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