AUFGELEGT

Kultur | Nicole Streitler | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

Der Hörverlag macht sich nun schon seit einiger Zeit um Thomas Bernhard verdient. Dabei wird großteils auf bestehende Radioaufnahmen zurückgegriffen. Begonnen wurde mit "Das Kalkwerk", zuletzt erschien "Beton". Der Roman handelt vom Musikschriftsteller Rudolf, der eine Studie über Felix Mendelssohn-Bartholdy zu schreiben beabsichtigt, dabei aber schon am ersten Satz scheitert. Wesentlicher Grund dafür ist, so Rudolfs idée fixe, dessen als "stumpfsinniges" Wesen beschriebene Schwester. Der Menschen-und schließlich auch Kunsthass Rudolfs wird von Peter Fritz (Regie: Hermann Beil) eine Spur zu manisch interpretiert. Der Wahnsinn, den Bernhard beschreibt, wirkt komischerweise überzeugender, wenn er als Normalität dargestellt wird.

Bernhard selbst macht dies grandios vor in der Einspielung der Kurzprosa "Ereignisse". Sie enthält auch die bisher nicht gedruckte Erzählung "Der Hutmacher", in der ein Hutmacher von seinem Sohn und dessen Frau gezwungen wird, vom Erdgeschoß in den ersten,


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