Das große Gleichmachen

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

FILM Spike Lees doppelbödiger und spannender Thriller "Inside Man" thematisiert pfiffig soziale und ethnische Gegensätze, indem er diese verschwinden lässt.

Panoramaschwenks und Aufnahmen aus der Vogelperspektive gehören zum Standardrepertoire, wenn es darum geht, einen Schauplatz zu etablieren - besonders, wenn dieser New York City heißt. Spike Lees Thriller "Inside Man" aber liefert uns stattdessen Fragmente: steinerne Adler, fette Autos, Stars & Stripes und der bronzene Bulle auf der Wallstreet. Dieser Vorspann liefert keine atmosphärische Sammlung von Stadtansichten, sondern erzählt in einer suggestiven Montage vom selbstgefälligen WASP-Reichtum, auf dem diese Stadt gründet. Mit einem akustischen Vermerk zur Multiethnizität, die sich darunter verbirgt: Willkommen in der Welt von Mister Lee!

Der Lieferwagen, der durch den Vorspann fährt, hält schließlich vor dem Marmorportal einer Bank. "Anstreicher" in blaugrauen Arbeitsoveralls und Schutzmasken springen heraus und schleppen


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