Wirre Identitäten

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

MUSIKTHEATER Mit der "Zauberflöte 06" will Thomas Pernes Mozarts Klassiker aktualisieren.

Ein echter Knalleffekt ist der Oper "Zauberflöte 06" sicher: Wenn kurz vor dem Ende des Stücks die dicken Holzbretter der Bühnenrückwand (Walter Schütze) plötzlich donnernd auf den Boden krachen, hinterlässt das den stärksten Eindruck des Abends. Der 1956 in Wien geborene Komponist Thomas Pernes hat sich gemeinsam mit der Librettistin Gloria G. (alias Klaus Khittl) für die Neue Oper Wien an Mozarts Klassiker gewagt - wie er betont nicht im Sinne einer Bearbeitung, sondern einer aktuellen Stellungnahme.

Orchesterbesetzung und solistische Parts des letzte Woche in der Halle E uraufgeführten Stücks entsprechen der Vorlage ebenso wie die Grundzüge der Handlung; die wurde freilich in die Gegenwart verlegt und zu einem etwas wirren Spiel mit (Geschlechter-) Identitäten umgemodelt: Ein junger Mann (Alexander Kaimbacher) verirrt sich auf ein Fest des Wirtschaftstycoons Mr. Sarastro (Steven Gallop),


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