VERBORGENE GESCHICHTE/N

Mozart für Minderheiten

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

Wenn sich auf Peter Marboes Checklist zum Komponistengeburtstag der Punkt "Mozart für die kritische Szene" befand, so kann er diesen beruhigt abhaken. Versteckt in der Bösendorfer Klavierfabrik läuft der erste Teil des Ausstellungsprojekts "Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart", das all das erzählen möchte, was die staatstragenden Veranstaltungen nicht kümmert. Beim Debüt der vierteiligen Reihe, das Araba Evelyn Johnston Arthur und Luisa Ziaja kuratiert haben, wird ein Mix aus kritischer Kulturgeschichte, politischer Kunst und symbolischen Selbstermächtigungsstrategien von Minderheiten gezeigt. Hinzu kommen eine Menge an Vorträgen, die die angerissenen Themen vertiefen.

Die aktuelle Schau geht von den Opern "Die Entführung aus dem Serail" und "Die Zauberflöte" aus. Die orientalistischen und rassistischen Stereotype des 18. Jahrhunderts kommen in den Figuren des blutrünstigen Türken Osmin, seinem edlen Widerpart Selim sowie dem verdorbenen Mohren Monostatos zum Ausdruck.


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