Nicht Rädchen, sondern Rad

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

ZEITGESCHICHTE Das Dorotheum stellt sich - in Form einer Studie - seiner braunen Vergangenheit. Die Historikerin Sonja Niederacher erklärt den dubiosen Geschäftserfolg des Auktionshauses in den Jahren des Nationalsozialismus.

Wenn man Dorit heißt, erinnert man sich an den Namen Dorotheum auch dann, wenn man ihn als Kind das letzte Mal gehört hat. Die 1938 mit ihren Eltern nach Amerika geflüchtete Psychologin Dorit Bader-Whiteman assoziierte mit dem Dorotheum eine "heruntergekommene Altwarenhandlung", wie sie im September letzten Jahres im Standard schrieb. Umso erstaunter war sie, als sie bei einem Wien-Besuch durch die Spiegelgasse spazierte. "Ich fand keine verlotterte Gerümpelkammer, sondern ein Palais." Hatte sie nicht ihre Eltern davon reden hören, dass die Möbel, die Kunstgegenstände und alles Weitere im Dorotheum versteigert worden waren? "Es sollte seine schändliche Vergangenheit anerkennen und die unrechtmäßig zustande gekommenen Gewinne entschädigen", empörte sich


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