BILDERBUCH

Kultur | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

Eine Geschichte wie aus einem Roman von Paul Auster: Im Jahr 1967 hinterließ ein Mann, der sich selbst "Little Angel" nannte, der Library of Congress 60.000 Fotografien und 50.000 Dollar. Die einzige Bedingung, die der unbekannte Fotograf an seine Schenkung knüpfte, war eine Publikation seiner Bilder. Michael Lesy hat diesen Wunsch nun eine Ewigkeit später erfüllt und erzählt die von ihm recherchierte Geschichte des traurigen Einsiedlers. Jahrelang verließ Angelo Rizzuto am frühen Nachmittag das schäbige Hotel, in dem er trotz beträchtlicher Geldmittel lebte, und dokumentierte mit seiner Kamera das Treiben in Manhattan. Der Engel von New York verfolgte unterschiedliche Motive: ernst bis verärgert dreinschauende Frauen, verlassene Straßenzüge, spielende Kinder und Ansichten der eigenen Einsamkeit (siehe Foto).

Michael Lesy: Angel's World. New York 2006 (Norton & Company). 130 S., 98 Abb., E 33,50 / N. S.


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