KUNST KURZ

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

Was kann der menschliche Verstand erkennen, ohne dass er auf seine Erfahrungen zurückgreift? Roland Kollnitz ist die Kant'sche Frage nach der reinen Vernunft wichtig. Er hat Kants berühmtestes Buch in ein Sackerl der Modefirma apriori gepackt und dazu ein charmantes Lesepult entworfen. Kollnitz' zur Lektüre einladende Arbeit "Apriori [Sollte mehr Zeit für Kant sein]" ist in der feinen Skulpturenausstellung "Blasser Schimmer" zu sehen, die der Künstler Michael Kienzer für den Kunstraum Niederösterreich (bis 15.4.) zusammengestellt hat. Es dominiert ein konzeptionelles Herangehen, ohne dass die Lust am Material der Kopfarbeit geopfert würde. Etliche Arbeiten betonen den Prozess plastischen Gestaltens: Etwa wenn bunte Wollschals über aufgetürmte Tische schlenkern (Christine & Irene Hohenbüchler), Beton wie geschmolzen aus der Wand fließt (Sabina Hörtner) oder Styroporklötze den Betrachter zum Bohren im weißen Knirsch einladen (Martin Walde). Ingeborg Strobl, Jahrgang 1949, stellt


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