Ins Fleisch gebrannt

Steiermark Kultur | Helmut Bast Und Gerlinde Pölsler | aus FALTER 12/06 vom 22.03.2006

LITERATUR Wegen ihrer "Feldstudien über ukrainischen Sex" wird Oksana Sabuschko in ihrer Heimat geliebt und verachtet.

Es ist "ein ziemlich wüstes Stück Literatur" (Süddeutsche Zeitung), das die Ukrainerin Oksana Sabuschko bekannt machte. In den "Feldstudien über ukrainischen Sex", die in ihrem Entstehungsland schon vor eines Jahrzehnt erschienen sind, beschreibt Sabuschko eine von Sadismus des Mannes und Masochismus der Frau geprägte Beziehungshölle, wobei sie auch zum Thema Sex deutliche Worte findet. Die geschilderten Verhaltensweisen bringt sie mit der Geschichte der Ukraine in Verbindung, einem Landes, dessen Bürger über weite Strecken Verfolgung und Erniedrigung ausgesetzt waren. Das Ergebnis: psychisch verstümmelte Macker, die sich an den Frauen rächen; Frauen mit Helfersyndrom, bereit zur Selbsterniedrigung. Die "Feldstudien" wurden in der Ukraine einerseits zur "Bibel des Feminismus" erklärt, anderseits wurde Sabuschko angefeindet - sie habe die Interessen der Nation


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