VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

Noch immer befinden wir uns 1986 im Vorhof der Bundespräsidentenwahl; das Projekt von Falter-Redakteur Mischa Jäger, je eine Wahlveranstaltung der Kandidatinnen und Kandidaten zu besuchen und das Gesagte zu protokollieren, wurde mit SPÖ-Kandidat Kurt Steyrer fortgesetzt. Zweck der Übung: "Um den durch allerlei Polemik und mediale Untergriffe verunsicherten Bürgern eine sachliche Entscheidungshilfe zu geben, bieten wir pro Kandidat eine Wahlrede, die besten Argumente und die schönsten Bilder."

Wir hier und heute können von alldem nur einen Ausschnitt bieten, ein Bild, einen kleinen Zipfel der Rede und die besten Argumente. Die Rede, im Auszug: "Es mag eigenartig klingen, aber heute stellt der Bundespräsidentschaftskandidat den beliebtesten Sportler Österreichs, den weltbekannten Niki Lauda, vor, ich begrüße Sie ganz herzlich, Herr Lauda. Ich hab heute den ganzen Tag Gelegenheit gehabt, mit Niki Lauda bei verschiedenen Aktionen sowohl in Favoriten, als auch auf der Kärntner Straße, im 22. Bezirk, im 21. Bezirk dabei zu sein, und ich habe gesehen, dass die Popularität des Niki Lauda sofort ausreichen würde, um Bundespräsident zu werden."

Die Argumente "Steyrer - warum?" in der Zusammenfassung: "Weil Lauda bei verschiedenen Aktionen dabei war. Weil Lauda für ihn eintritt. Weil Lauda so ist, wie er im Fahrstil war: immer mit Vollgas. Weil Lauda klug ist.Weil Lauda sympathisch ist. Weil Lauda eine starke Werbung ist. Weil unzählige Helfer am Werk sind. Weil er in der Steiermark 9000 Menschen direkt angesprochen hat. Weil er genau weiß, was er ihnen schuldig ist. Weil er ein Mensch ist. Weil er eine Persönlichkeit ist. Weil er Punschkrapfen isst."

A. T.


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