Völlig verzettelt

Politik | Gerald John | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

AFFÄRE Riskante Geschäfte der eigenen Hausbank kosten ÖGB-Boss Fritz Verzetnitsch den Job. Doppelmoral, Bunkermentalität, Freunderlwirtschaft - in der Bawag-Affäre wurde die Gewerkschaft den bösesten Vorurteilen gerecht.

Fritz Verzetnitsch hat alle verblüfft. Endlich kann ihm niemand mehr vorwerfen, ein ewiger Zauderer zu sein. Entschlossenheit, Weitsicht, Leadership - der ÖGB-Boss zeigte all jene Eigenschaften, die seine Kritiker bei ihm stets vermissten. Selbst die politischen Gegner zollen Respekt. Verzetnitsch könnte stolz sein auf seine Entscheidung. Nur leider war es seine letzte.

Am Montag trat Fritz Verzetnitsch nach einer kurzen, aber schmerzvollen Debatte als ÖGB-Chef zurück. 19 Jahre lang hatte der gelernte Maschinenschlosser mit dem bedächtigen Naturell das Dilemma verkörpert, in dem die ganze Gewerkschaft steckt. Seitdem die Wohlfahrtsstaaten des Westens immer mehr unter Druck geraten, suchen die Arbeitervertreter ihren Platz zwischen Reform und Blockade, zwischen


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