FERNSEHEN

Medien | C. Wurmdobler | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

Jetzt neu im Programm: Die "ORF-Märchenstunde" (Mo, 20.15 Uhr, ORF1). Da erzählt dann das komplette Comedy-Personal von Pro7 die Geschichten der Gebrüder Grimm neu. Das ist dann je nachdem zum Totlachen oder der größte Dreck seit langem (abgesehen vielleicht von den unsäglichen "Dancing Stars"). Konsequenterweise lässt man sich die ORF-Märchen auch von den deutschen Privatfernsehmachern erzählen - die wissen, wie man seichte Unterhaltungsseen am besten durchwatet. Und aus Alibigründen hopsen dann noch ein paar Österreicher durchs Bild und reden Dialekt (darüber, hahaha, lacht dann der Pro7-Zuschauer). Was natürlich noch schlimmer wäre: Wenn man am Küniglberg das Brüder-Grimm-Format covern würde. Aber unsere, äh, "Stars" müssen ja derzeit alle tanzen, Begriffe raten, bei Christian Clerici sich zum Affen machen, zu "Seitenblicke" oder zur Promi-Millionenshow. Das eigentliche ORF-Märchen ist ja, dass sie einem weis machen wollen, dass der ganze Trash den öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag erfüllt. War da nicht einmal - eine ORF-Reform?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige