Kommentar

Volkstheater: ganz oder gar nicht

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

Wenn Feuilletonredakteure über Geld schreiben, wird's gern ein bisschen unübersichtlich. In Zusammenhang mit der Finanzkrise des Volkstheaters etwa war im Standard unlängst das Wort "Masettenwert" zu lesen. Wir von der Maus haben herausgefunden, dass damit sozusagen die Einnahmenquote eines Theaterabends gemeint ist: hundert Prozent stehen für den maximal erreichbaren Erlös eines Abends, also ein zum Vollpreis ausverkauftes Haus; weil aber immer Freikarten oder ermäßigte Tickets dabei sind, liegt der Masettenwert stets unter der Auslastungszahl, meist sogar recht deutlich. So, zumindest das wäre also geklärt.

Wenn Theaterleute über Geld sprechen, ist das selten ein gutes Zeichen. Im konkreten Fall bedeutet es, dass der neue Volkstheaterdirektor Michael Schottenberg offenbar noch mehr Probleme hat, als man dachte. Ein Theaterdirektor, dem in seinem ersten halben Jahr wenig gelungen ist, fordert via News von den Subventionsgebern 900.000 Euro und droht andernfalls mit der Demission:

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