NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

KLASSIK

Erwin Schulhoff: Streichquartette

VMS/Zappel

Zwischen all den Stilen seiner Zeit konnte sich Erwin Schulhoff (1894-1942) nie so recht entscheiden, also eignete er sie sich alle an: Im-und Expressionismus, Dadaismus, Neoklassizismus, später auch Folkorismus und, kurz vor dem tragischen Ende seines Lebens, sogar den sozialistischen Realismus. Auch sonst war der Prager ein Freund überraschender Kontraste: Eigentlich ein ausgezeichneter Pianist, schrieb er tadellose Streichquartette, und in einem davon ("Fünf Stücke") schaffte er es tatsächlich, einen Wiener Walzer in einen Zweiertakt zu pressen. Den legt das nach ihm benannte Schulhoff Quartett nicht allzu wienerisch an, obwohl die vier Tschechen regelmäßig bei den Wiener Philharmonikern spielen. Auf ihrer CD geht's eher böhmisch gemütlich zu, Lebendigkeit verleihen sie der Musik eher durch Plastizität und deutliche Artikulation. Auszugsweise hören kann man das übrigens am 30.3. ab 8.15 Uhr auf Ö1, wenn ihnen dafür der Pasticcio-Preis*


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