Effektvolle Pause

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

MUSIKTHEATER Kein steifes Barocktheater: Mozarts "La Clemenza" im Theater an der Wien.

Ob sie eifersüchtig auf die Geliebte des Kaisers sei, fragt Sextus unvermutet seine angebetete Vitellia. Volltreffer. - Pause. Lange Pause. Dann endlich setzen Hammerklavier und Cello mit einem wirren Wirbel wieder ein und begleiten die Ausflüchte der Ertappten, die Sextus zum Kaisermord anstiften will: zum Attentat auf Titus, den Milden.

Formal mag "La Clemenza di Tito", Mozarts vorletzte Oper (1791), mit ihrer strengen Abfolge von Rezitativen und Arien noch den Gesetzen der Opera seria folgen; doch mit steifem Barocktheater hat es nichts zu tun, was man derzeit im Theater an der Wien als Co-Produktion mit der Oper Frankfurt zu sehen bekommt. Regisseur Christof Loy greift Mozarts musikalische Freiheiten auf und schafft es, selbst in den oft so trockenen Rezitativen wie dem eingangs geschilderten packende Szenen zu gestalten: mit witzigen Lautmalereien des Continuo (Felice Venanzoni, Christoph Stradner),

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