Erwacht von den Toten

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

LITERATUR Denis Johnsons eindringliche Junkie-Stories "Jesus' Sohn" liegen in einer überzeugenden Neuübersetzung vor.

Es gibt sie doch, die gute Drogenliteratur. Man soll ja bitte nichts verherrlichen, schon gar nicht dumm und tot machende Suchtmittel. Aber zweifellos stellen diese gerade auch für Literaten - von alters her kaum einer wahrnehmungsverändernden Substanz ernsthaft abgeneigt - ein Thema dar. Und wenn es nach William S. Burroughs jemand gelang, über Rausch-und Entzugszustände literarisch Hochwertiges zu Papier zu bringen, dann dem US-Autor Denis Johnson.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Johnson hat seine Erzählungen "Jesus' Sohn", die im Original 1992 erschienen sind und seinen (bescheidenen) Ruhm als vor allem von Kollegen wie Don DeLillo und Philip Roth geschätzten Autor begründet haben, ganz und gar nüchtern aufgezeichnet. "Ich habe nie unter dem Einfluss von Drogen geschrieben", erzählte er vor zwei Jahren anlässlich des Romans "Train Dreams" der taz.


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