Tausendundeine Geschichte

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

FILM Roberto Benigni findet in "Der Tiger und der Schnee" im Irakkrieg das Wunder Liebe und befragt einmal mehr das Leben nach seiner Schönheit.

Wie Silvio Berlusconi bereits ankündigte, wird er sich Nanni Morettis "Der Kaiman", die jüngste Abrechnung des streitbaren Regisseurs mit dem italienischen Regierungschef, nicht ansehen. Ob Berlusconi sich Roberto Benignis "Der Tiger und der Schnee" ansehen wird, wissen wir nicht. Denn obgleich Benigni im Vergleich zu Moretti eine andere filmrhetorische Klinge führt, eint die beiden doch der gemeinsame Feind.

In einer der schönsten Szenen von "Der Tiger und der Schnee" steht Benigni als Dichter Attilio in einem Krieg, den Berlusconi als "legitim" bezeichnet, in einem irakischen Gefangenenlager und versucht vergeblich, seine italienische Nationalität an den US-Mann zu bringen: "I am Italian!", brüllt er unaufhörlich, doch dem amerikanischen Verbündeten ist der kleine Italiener wurscht. Das mag schon sein, meint dafür ein alter Iraker neben


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