Die Hölle ist am schönsten

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

FILM Noch einmal ein großer Wurf: In "Notre Musique" fragt Jean-Luc Godard, was Film kann, was Literatur und was Musik.

Godard steht am Flughafen von Sarajevo, die Kamera hinter sich. Der krause Haarschopf, das zerknautschte Jacket, die obligate Zigarre in der Hand: eine Ikone, unverkennbar, eine Gestalt des Kinos. 75 wurde er letzten Dezember, die Aufnahme in der Flughafenhalle entstand zwei Jahre zuvor. Seit den späten Achtzigern lassen seine Filme regelmäßig auf sich warten. Es hat den Anschein, als könnten sie jeden Moment aus der Zeit, mithin dem Kino, herausfallen. So auch Godards neuer, "Notre Musique", gedreht 2003: ein Film über Geschichte und Gegenwart des Krieges - und die Bilder davon.

Was kann Film, was Literatur und was Musik? "Notre Musique" folgt, anders als zuletzt "Eloge de l'amour", einer sehr einfachen Konstruktion, jener des Triptychons: Hölle, Fegefeuer, Paradies heißen, nach Dante Aleghieri, die drei Teile dieses Films. Der erste und letzte dauern jeweils knapp


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