Ein Mann der Geschichte

Steiermark Politik | Herwig G. Höller Und Thomas Wolkinger | aus FALTER 13/06 vom 29.03.2006

ZEITGESCHICHTE Der in Graz lebende Starhistoriker Stefan Karner, nach wie vor als Kandidat für die Leitung eines "Hauses der Geschichte" im Gespräch, ist in der Branche alles andere als unumstritten.

Universität Graz, Mitte der Siebzigerjahre: Albert Speer schreibt exklusiv das Nachwort zur Dissertation eines jungen Kärntner Historikers. Der Reichsrüstungsminister a. D. - in seinem Text zur eigenen Historie völlig undistanziert - ist begeistert: "Welche Detailkenntnisse, bei hohen sachlichen Fähigkeiten, sprechen aus den Seiten dieser Arbeit!" Die akademische Community ist ob des einschlägig prominenten Nachwortschreibers jedoch nachhaltig verstört. Aber gerade wegen des Speer-Nachworts wird eine deutsche Illustrierte auf den seinerzeit völlig unbekannten Stefan Karner aufmerksam und will zum Interview nach Graz kommen. Karner weiß sich dabei gekonnt in Szene zu setzen. Am Tag vor dem Interview wird der Historiker dabei beobachtet, wie er mit einem kleinen Handkarren repräsentative


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