Ob Hoffen Sinn macht

Vorwort | John Bunzl | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

AUSLAND Nach den Wahlen ist Israel anders, das politische System hat sich wesentlich verändert.

Da ist zunächst die noch von Ariel Sharon gegründete Partei Kadima ("Vorwärts"), welche aus einer Spaltung des Likud hervorgegangen ist. Anlass der Spaltung war der im Sommer 2005 auf spektakuläre Weise durchgeführte Rückzug aus dem Gazastreifen. Die nationalistischen Puristen innerhalb dieser Partei (geführt von Benjamin Netanjahu) betrachteten die mit dem Abzug verbundene Auflösung von Siedlungen als Sakrileg und gefährlichen Präzedenzfall. Als sie Sharon die Unterstützung versagten, zog dieser aus und gründete seine neue Partei, der sich Teile der Arbeitspartei (geführt von Shimon Peres) anschlossen. Es störte sie nicht, dass Sharons Manöver weder eine "Befreiung" Gazas mit sich brachte noch die Kolonisierung der Westbank aufhielt. Im Gegenteil. Der als Friedensgeste missverstandene Gaza-Rückzug stärkte Sharon international den Rücken für seine Pläne, große Teile der Westbank


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