Unendliche Geschichte

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

HAUS DER GESCHICHTE Es wird wieder eifrig aus dem Boden gestampft und in Grund und Boden kritisiert: Die Kanzlerpartei will noch vor der Wahl Österreichs Geschichte unter Dach und Fach bringen.

Spätestens beim Jahr 1934 fliegen die Fetzen, reibt sich ein Historiker jetzt schon die Hände: "Auf die gemeinsame, nationale Erzählung rund um die Person Engelbert Dollfuß bin ich echt gespannt." Bis heute halten den austrofaschistischen Kanzler nicht wenige Schwarze als Held und erstes Opfer der Nationalsozialisten hoch, während viele Rote den Christlichsozialen als arbeitermordenden Diktator verdammen. Nun müssen sie sich auf eine gemeinsame Variante einigen, denn die Republik macht sich daran, Österreichs Geschichte ein eigenes Haus zu widmen. Der schadenfrohe Zeitgeschichtler prophezeit, dass den Erbauern allein die Aufarbeitung des Ständestaats jede Menge Schweißperlen auf die Stirn treiben wird: "Wahrscheinlich gibt es dazu am Ende drei Zimmer in dem Haus. Eines für die Bürgerlichen,


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