Es bleibt in der Familie

Kultur | Ralph Eue | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

FILM Bekannte Geschichten, gemischte Gefühle: Das Filmmuseum kombiniert die Bourgeoisiestudien des französischen Vielfilmers Claude Chabrol mit den Melodramen des deutsch-amerikanischen Regisseurs Douglas Sirk.

Mit "Staatsaffären" hat der 75-jährige Claude Chabrol auf der Berlinale seinen sechzigsten Film vorgestellt. Bedenkt man, dass er vor 48 Jahren seinen ersten Film drehte, so ergibt sich daraus die aberwitzige Frequenz, mit der dieser "cinéaste bourgeois" seine Arbeiten unter die Menschen brachte - und wohl auch weiterhin bringen wird.

Nach Opus 50, mit "Rien ne va plus", begann Chabrols klassizistische Phase mit Filmen von überlegt überlegener Schlichtheit. Seither dreht er, summarisch betrachtet, etwa jedes zweite Mal mit Isabelle Huppert. Die Schauspielerin, die 1978 als rätselhafte Mörderin "Violette Nozière" erstmals in Chabrols Universum auftauchte, wurde zur kongenialen Mitstreiterin seiner Fantasien um das diskrete Charmieren der Bourgeoisie mit ihren Schokoladenseiten


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