SPIELPLAN

Kultur | Peter Fuchs | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

Ganz schön heavy, jung zu sein. Voll Mitteilungsdrang stürzt man in die Kontaktarmut, weil man zu sehr auf die Ausbildung persönlichkeitsfestigender Psychoticks konzentriert ist. Doch dann tüten die Modems. Erst in der Namenlosigkeit des Internet gelingt es, einander zuzuhören. "Chatroom" von Enda Walsh wird vom Theater Foxfire im Dschungel (bis 8.4., Wiederaufnahme im Juni) gezeigt. Sechs Jugendliche plänkeln mit der Ernsthaftigkeit von Revolutionären (J.K. Rowling ist der Feind!). Als Jim online geht und von seinen Depressionen erzählt, wird es ernst: Ein paar missbrauchen ihre Anonymität, um ihn in den Selbstmord zu treiben. Wird es gelingen? Corinne Eckenstein inszeniert atmosphärisch überzeugend für Leute ab 14 Jahren. Das junge Laienensemble hält fein die Spannung. Angenehm fällt der unaufgeregte Umgang mit Multimedia-Gadgets auf. Und wie Jim (Tobias Eiselt) a cappella singt und Momo (Jessyca R. Hauser) dazu tanzt, ist vermutlich die berührendste Liebeszene, die zurzeit


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