POP-KLASSIK

Kultur | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

Die Zeitungen sind derzeit voll mit Storys und Fotostrecken, die das Schaffen und den Bartwuchs des heute sechzigjährigen Gitarristen David Gilmour dokumentieren. Vergangenen Sommer kam es im Rahmen von Bob Geldofs Live 8 überraschend (und einmalig, wie Gilmour betont!) zur Reunion von Pink Floyd, und von der darauf folgenden Konjunktur der psychedelischen Supergroup profitiert wohl auch Gilmours erstes Soloalbum seit 22 Jahren. "On an Island" (Emi) sei wohl das beste Pink-Floyd-Album der letzten dreißig Jahre, schrieb ein Kritiker. Damit ist freilich nicht viel gesagt: "Wish You Were Here", das letzte wirklich gute Album, stammt von 1975. Tatsächlich hört sich, sieht man über den eher peinlich bombastischen Rock-goes-Symphony-Opener "Castellorizon" hinweg, gleich das darauf folgende Titelstück so an, als wäre es nur ein aufgetauter Posthornklang aus den Siebzigern: Da sind sie wieder, die epischen Gitarrenlinien, die sich mindestens über ganze Kontinente, wenn nicht Galaxien schwingen,


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