Mozza macht ein Fass auf

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

MORRISSEY Das Popereignis des Frühlings: Morrissey entdeckt seinen Penis. Der Qualität seiner neuen Platte schadet das späte Glück kein bisschen.

Bereits die ersten Zeilen von Morrisseys achtem Soloalbum "Ringleader of the Tormentors" (zu Deutsch etwa, man muss sich den Humor auf der Zunge zergehen lassen: "Rädelsführer der Peiniger") legen nahe, dass hier etwas im Busch ist. "Nobody knows what human life is, why we come why we go so why then do I know: I will see you in far off places", singt der einstige Sänger und Kopf der Smiths aus Manchester, der bedeutendsten britischen Popband seit den Beatles.

"Dear God, Please Help Me", eine von Ennio Morricone arrangierte sechsminütige Ballade voll geschickt dosierter Dramatik, lässt die Bombe anschließend tatsächlich platzen. Der Säulenheilige aller schwelgerisch-trübsinnigen Teenager der mittleren Achtzigerjahre, offensichtlich frisch verliebt, spaziert durch seine neue Wahlheimat Rom und hält Rücksprache mit Gott. Er trage "explosive


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