Die Geschichte der O

Robert Rotifer | Kultur | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

YEAH YEAH YEAHS Vor drei Jahren war Karen O von den New Yorker Yeah Yeah Yeahs die weibliche Ikone eines neuen Rock 'n' Roll. Jetzt sucht die Sängerin nach melodischen Wegen, ihrem Publikum ins Gesicht zu schlagen.

Eine ihrer größten Charakterschwächen besteht laut Karen O darin, "dass mir alles immer gleich langweilig wird. Ich brauche immer neue Stimulation." Könnte sein, dass sie sich diesem Begehren am Vorabend ein wenig zu zügellos hingegeben hat, denn Karen O leidet an diesem wolkenschweren Londoner Nachmittag unter einem höllischen Kater. Ein über den Kopf gezogener dunkelgrauer Schal verbirgt ihr visuelles Markenzeichen, die charakteristischen schwarzen Nachttopf-Stirnfransen, und statt der berühmten grellen Kleider ihrer Schneiderin Christian Joy trägt sie bloß gewöhnliche Jeans. Doch auch abseits solcher Äußerlichkeiten möchte man kaum glauben, dass wir es hier mit jenem Über-Riot-Girl zu tun haben, als das die schrille Sängerin der Yeah Yeah Yeahs zwei Jahre lang

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