Miles & Monk

Wolfgang Paterno | Stadtleben | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

MUSIK Jazzfachhandel mit Tradition: Red Octopus feiert sein dreißigjähriges Jubiläum.

Der archäologische Detailblick lohnt sich im Red Octopus. Zum Beispiel beim Rahmen der Eingangstür. Manche der hier offenbar ganz ohne System aufgeklebten Miniabziehbilder sind um die dreißig Jahre alt, frühe Bilddokumente ganz großer Jazzer: John Coltrane, Charlie Parker, Archie Sheep, Art Pepper. Oder Keith Jarrett mit Wuschelkopf und Spitzbart und noch weit entfernt vom "Chronic Fatigue Syndrome", das dem Musiker das Klavierspielen vor einigen Jahren schier unmöglich machte. "Jarrett ist einer der besten Jazzpianisten der Gegenwart", sagt Margit Lorencz, 50, die Frau, die einen Großteil ihres Lebens in der Welt des Jazz zugebracht hat. Sie muss es wissen, sie ist seit genau dreißig Jahren Chefin des Red Octopus, des letzten traditionellen Jazzfachgeschäfts der Stadt. "In der Kärntner Straße gab es früher noch das Hifi, am Fleischmarkt ein Geschäft namens Katzenmusik", erinnert sich Lorencz.

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