TIER DER WOCHE

Grunzochse

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

"Auf Brüder! - Sauft Brüder! - Rauft Brüder! - Immer wieder!

Lasst noch Wodka holen - Ho, ho, ho,

denn wir sind Mongolen - Ha, ha, ha!"

Dschinghis Khan, 1979

Der Songtext der gleichnamigen deutschen Disco-Boom-Popband war natürlich politisch nicht korrekt und langte mit diesen vom holpernden Reimzwang getriebenen Refrains nur für den Pflichtschulabschluss der Poplyriker. Doch mit diesem Völkerstereotyp wird heuer im 800. Jahr der Gründung des mongolischen Staats Schluss gemacht.

Im Jahr 1206 rief der Schmied Temudschin einen Reichstag ein und wurde dort von den anwesenden Schamanen und Stammesfürsten zum Dschingis Khan, dem Großkhan aller Mongolen, ernannt. Diese Machtfülle schlug sich in einem manischen Expansionsstreben nieder, das die mongolischen Reitertruppen bis nach Mitteleuropa brachte. Aber eben nicht ganz. In Österreich findet dazu das "größte kulturelle Auslandsereignis für die Mongolei" statt: Von Vorlesungen über traditionelle mongolische Medizin bis zur Landesausstellung

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