Lorcas Dead Men

Hermann Götz | Steiermark Kultur | aus FALTER 14/06 vom 05.04.2006

THEATER Sandy LopicÇic´ & Band mit ihrer Musik als Hauptakteure in Federico García Lorcas "Bluthochzeit" im Schauspielhaus Graz.

Am Akkordeon sorgt der durchgeknallte Kapellmeister Sandy LopicÇic´ - sonst bekannt für seine Balkan-Sounds - persönlich für verrucht-rustikale Stimmung, und sein Klavier übersetzt Lorcas blutunterlaufenen Text in Akkorde, der Bass von SasÇenko Prolic´ ist der Puls der Inszenierung. Boris MihaljcÇic´s Geige schneidet - soundtechnisch fast schon zu scharf abgemischt - durch die flimmernde, heiße Stille zwischen den Worten, als wäre sie ein kleines, gefährliches Messer, das man zum Traubenpflücken mitnimmt, um es irgendwann einem Rivalen in die Brust zu rammen. Und wenn dann Klaus Meyers Drums endlich so richtig zur Sache gehen, wird klar, dass es ernst wird auf der Bühne - und blutig.

Bevor es so weit ist, widmet sich Lorca der trügerischen Ruhe in der spanischen Pampa, in der die Akteure seiner Dramen eingesperrt sind, eingezwängt zwischen den

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