Bullen und Bären

Politik | Gerald John | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

SPEKULANTEN Am globalen Finanzmarkt können Hasardeure das schnelle Geld machen - oder wie die Bawag ein Vermögen verschleudern. Die Zockerei funktioniert ähnlich wie die Groscherlgeschäfte im Wettcafé ums Eck. Nur dass es dabei um Millionen geht.

Ein ganzes Leben lang hat Hubert R. geschuftet, acht Stunden am Tag und mehr. Für die ersehnte Million hat's dennoch nie gereicht, nicht einmal in Schilling. Doch jetzt, in der Pension, hüpfen ihm die Kröten in die Taschen. Dank dieser phänomenalen "Turbopapiere", wie der ehemalige Baumeister sie nennt. "10.000 Euro hab ich angelegt. Nach zwei Jahren stand ich mit 2300 Prozent Gewinn da", jubelt er - und beißt sich im nächsten Augenblick auf die Lippen: "Um Gottes willen, Sie schreiben das doch nicht in der Zeitung!?" Da könne er dem Finanzamt ja gleich eine Einladung schicken.

"Nichts ist scheuer als Kapital", sagt Johann Schmit. "Eher erzählt Ihnen ein Spekulant von seinen sexuellen Perversionen als von seinen Aktiendepots." Der ehemalige


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