"Schwarze Muschis, Import"

Politik | Wolfgang Luef | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

PROSTITUTION Nirgendwo in Wien ist die Polizei so präsent wie im Stuwerviertel. Am illegalen Straßenstrich ändert das wenig. Den Anrainern reicht's, die Politik ist hilflos.

Es war die Gewehrpatrone, die letztlich den Ausschlag gab. "Jetzt erst recht", dachte sich Anton Wendrinsky. Die Patrone lag am 30. August letzten Jahres auf seinem Fensterbrett im Erdgeschoss der Hillerstraße, im Stuwerviertel. Wenige Tage, nachdem zwei Prostituierte gesehen haben, dass sich da einer wehrt, mit Polizisten spricht, böse aus dem Fenster schaut. "Eine klare Drohung", sagt Wendrinsky. "Die wollen nicht gestört werden und in Ruhe arbeiten. Kann ich sogar verstehen. Aber die Ruhe wollen wir eben auch." Mit "wir" meint er das von ihm initiierte Bürgerforum Stuwerviertel und alle Anrainer des Viertels, die es satt haben, dass Abend für Abend Autos um ihre Häuser kreisen, deren Fahrer auf der Suche nach käuflichem Sex sind. Seitdem bemüht er sich um Medienkontakte, schreibt Presseaussendungen, geht


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