LEBENSGESCHICHTE EINES T-SHIRTS

Schanghai, Teksa

Politik | Robert Misik | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

Unser Wohlstand wird von Armen in der Dritten Welt erarbeitet, die gezwungen sind, in Fabriken für einen Hungerlohn jene Produkte zusammenzunähen, die wir dann billig einkaufen. Stimmt das? Dieser Frage wollte die US-Ökonomin Pietra Rivoli auf den Grund gehen - und studierte die Lebensgeschichte eines einfachen Produktes. Ihres T-Shirts.

Kein extrem schickes Stück übrigens: "Es war weiß und mit einem knallbunten Papagei bedruckt, darunter stand in Schreibschrift ,Florida'." Auf dem Etikett war zu lesen: "Made in China". Die erste Überraschung erlebt Rivoli, als ihr der chinesische Exporteur erzählt, wo er die Baumwolle her hat: Die würde "in Teksa" angebaut. Die Baumwolle für die chinesischen Shirts kommt aus Texas. Die USA sind noch immer - wie seit 200 Jahren - Weltmarktführer beim Baumwollanbau. Das hat mit der hohen Effizienz der amerikanischen Farmer zu tun, mit dem günstigen Klima, mit dem US-Subventionssystem und mit der funktionierenden Infrastruktur. Von Texas reist


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige