Kakophonie der Stille

Medien | Stefan Apfl | aus FALTER 15/06 vom 12.04.2006

EU Wer Europa spüren soll, müsste es schon auch sehen, hören oder lesen können. Dafür gibt es nur wenige Bühnen, die Ränge bleiben meist leer. Es sei denn, in Madrid oder London tobt der Terror.

Wie ernst es um die Europäische Union steht, erkennt man an den Versuchen, sie zu retten. Ganz nach Big-Brother-Manier, so ein Vorschlag, könnte man Kandidaten aus den 25 Mitgliedsstaaten in einen Container stecken und die Kamera draufhalten. Vielleicht komme dabei ja Europa heraus. Der Vorschlag stammt von Kanzler Wolfgang Schüssel. Er äußerte ihn im November 2004, als Staats-und Regierungschefs vierzig Minuten lang darüber diskutierten, wie man den Bürgern EU-Politik näher bringen könne. Dass einer nach dem anderen rausgewählt wird, bis der Letzte mit einem Haufen Geld dasteht, entspricht aber wohl nicht ganz der Vision eines geeinten Europas.

Auch die derzeitige Katerstimmung in der Union entspricht dieser Vision nicht. Über die Gründe für die Krise ist man sich längst einig;


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